Warum gute Laborwerte nicht automatisch bedeuten, dass es dir gut geht
„Ihre Werte sind in Ordnung.“
Diesen Satz hören viele Menschen – und gehen trotzdem mit dem Gefühl nach Hause, dass etwas nicht stimmt. Sie sind müde, nehmen zu, frieren, sind erschöpft oder fühlen sich innerlich nicht mehr im Gleichgewicht. Und gleichzeitig scheint auf dem Papier alles „normal“ zu sein.
Das kann verunsichern. Und es führt oft dazu, dass Menschen beginnen, an sich selbst zu zweifeln.
Doch Laborwerte erzählen nicht die ganze Geschichte.
„Meine Werte sind normal – aber mir geht es nicht gut“
Dieser Satz fällt in meiner Praxis sehr häufig.
Und er kommt von Menschen mit ganz unterschiedlichen Beschwerden:
anhaltende Erschöpfung
Gewichtszunahme trotz bewusster Ernährung
Konzentrationsprobleme
Kälteempfinden
Zyklus- oder Stimmungsschwankungen
Gerade bei Schilddrüsenthemen, Stoffwechselproblemen oder chronischem Stress zeigt sich immer wieder:
Der Körper kann bereits deutlich aus dem Gleichgewicht geraten sein, lange bevor Laborwerte auffällig werden.
Das bedeutet nicht, dass Laborwerte falsch oder unwichtig sind – sondern, dass sie nur einen Teil des Bildes abbilden.
Wie komplex Schilddrüsenhormone im Körper wirken, kannst du auch im Artikel „Natürliche Schilddrüsenextrakte – die sanfte Alternative“ nachlesen.
Was Laborwerte wirklich messen – und was nicht
Laborwerte liefern Momentaufnahmen. Sie zeigen, wie viel von einem bestimmten Stoff zu einem bestimmten Zeitpunkt im Blut vorhanden ist.
Was sie jedoch nicht zuverlässig abbilden, ist:
wie gut Hormone in den Zellen ankommen
wie der Körper sie umwandelt
wie stark Stress oder Entzündungen die Wirkung beeinflussen
wie sich der Mensch tatsächlich fühlt
Gerade bei der Schilddrüse bedeutet das:
Ein „normaler“ TSH-Wert sagt wenig darüber aus, ob die Zellen ausreichend mit aktiven Hormonen versorgt sind.
Warum sich hormonelle Veränderungen oft zuerst im Stoffwechsel zeigen, erkläre ich im Artikel „Gewicht & Stoffwechsel – Ursachen verstehen und Regulation unterstützen“.
Referenzbereiche sind keine individuellen Wohlfühlwerte
Laborreferenzbereiche entstehen aus statistischen Mittelwerten. Sie zeigen, was bei einer großen Gruppe von Menschen als „normal“ gilt – nicht, was für dich persönlich optimal ist.
Zwei Menschen können mit identischen Laborwerten:
völlig unterschiedliche Symptome haben
sich unterschiedlich belastbar fühlen
unterschiedlich auf Therapien reagieren
Besonders bei hormonellen Systemen ist diese Individualität entscheidend. Der Körper arbeitet nicht nach Tabellen, sondern nach Regulationsmechanismen.
Schilddrüse, Stoffwechsel und Regulation – ein Zusammenspiel
Die Schilddrüse arbeitet nicht isoliert. Sie ist Teil eines fein abgestimmten Systems, zu dem auch gehören:
Stoffwechsel
Nervensystem
Stressachsen
Darm
Nährstoffversorgung
Ist dieses Zusammenspiel gestört, können sich Symptome zeigen, obwohl einzelne Laborwerte noch im Referenzbereich liegen.
Chronischer Stress beispielsweise kann:
die Umwandlung von Schilddrüsenhormonen blockieren
die Wirkung von Hormonen auf Zellebene vermindern
den Energieverbrauch drosseln
👉 Wie stark Stress den Stoffwechsel beeinflusst, liest du auch im Artikel „Entspannt abnehmen – warum Stress den Stoffwechsel blockiert“.
Wenn Symptome früher sprechen als Blutwerte
Der Körper ist oft schneller als das Labor.
Viele Menschen spüren Veränderungen lange, bevor sie messbar werden.
Symptome sind keine Einbildung – sie sind Hinweise auf ein Ungleichgewicht.
Wer sie ignoriert, weil „die Werte ja gut sind“, verpasst oft den richtigen Zeitpunkt, um gegenzusteuern.
Deshalb ist es so wichtig, nicht nur Zahlen zu betrachten, sondern:
das Körpergefühl ernst zu nehmen
Zusammenhänge zu erkennen
frühzeitig regulierend zu unterstützen
Ganzheitlich hinschauen statt Werte isoliert bewerten
Ganzheitlich bedeutet nicht „gegen die Schulmedizin“, sondern ergänzend und verbindend.
Laborwerte sind ein wichtiges Werkzeug – aber sie entfalten ihren Wert erst dann vollständig, wenn sie eingebettet werden in:
Symptome
Lebenssituation
Stressbelastung
Ernährung
Stoffwechsel
Erst dann entsteht ein stimmiges Gesamtbild, das echte Veränderung möglich macht.
Dein nächster Schritt
Wenn du das Gefühl hast, dass dein Körper trotz unauffälliger Laborwerte nicht richtig zur Ruhe kommt oder nicht so reagiert, wie du es dir wünschst, lohnt sich ein genauer Blick auf die Zusammenhänge.
Gerne begleite ich dich dabei, deine individuelle Situation ganzheitlich zu betrachten und herauszufinden, was dein Körper wirklich braucht.
👉 Buche dir gern ein kostenloses und unverbindliches Kennenlerngespräch, damit wir gemeinsam schauen können, welcher Weg für dich sinnvoll ist.
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